La cuenta – eine besondere Abrechnung oder: dem Frau Bermejo ihr Ehemann schreibt erstmals im Blog

Rückblende:

2013: „Nächstes Jahr werde ich fünfzig, aber auf eine Party habe ich irgendwie keine Lust“.

So oder so ungefähr (weil ich ab und an nicht ganz genau hinhöre wenn meine Herzallerliebste zu mir spricht) nahm eine Idee erste, zarte Konturen an.

Beiläufig würdigte ich das neue Unterfangen mit den Worten: „Tu was du nicht lassen kannst“ oder „Nimm doch ruhig mal wieder die blauen Pillen“ ganz sicher aber…. „Du kannst machen was du willst, lass mich aber bitte aus dem Spiel und radele allein nach Spanien. Ich komme dann gerne zum Flughafen und hole dich mit dem Auto ab“.

Heute:

Am Ende einer vermeintlichen Tortour, die dann gar keine war, stellt sich die Situation so dar:

Aus der „Anti-Haltung“ zu der Unternehmung wurde ein: „Na ja, mal sehen, vielleicht fahre ich eine maximal aber zwei Wochen mit. Wann genau sind Osterferien“?

Aus den zwei Wochen wurden dann nach Rücksprache mit meinen sonstigen Chefs also den Töchtern  („fahrt mal – wir haben hier eh alles im Griff“) und meinem Geschäftsführer unter Einrechnung der Feiertage, fast vier Wochen. Vier Wochen, die es in sich hatten. Neue Er-fahr-ungen. Neue Er-leb-nisse, spannende Menschen, tolle Landschaften und viele herzliche Momente.

Allerdings auch Unterzuckerung, Unzufriedenheit über sich selbst, mit der Straßen- und Wegeführung oder dem doofen Garmin, der einen manchesmal zu spät navigierte. Oder die Zeit, die für diesen Blog drauf ging und dadurch von den frei verfügbaren Stunden weniger Zeit als erwartet übrig ließ. Einen Blog zu schreiben heißt dann, auch möglichst online zu sein, Kommentare einfangen, Situationen zu vertexten, Schönes aufzunehmen und zu dokumentieren. Dann hochzuladen, zu speichern auf Fehlermeldungen zu warten und sich anschließend  zu fragen, ob das eigentlich irgendwen tatsächlich interessiert? Und dann noch die Fragen: Ist der Schreibstil o.k.? Stimmt die Rechtschreibung und die Interpunktion? Die Grammatik? ( LG an die Schreibwerkstatt von hier aus;-) und wo und wann haben wir endlich wieder „wifi „?

Am Ende der Tour weiß ich es besser. Es gab viele Leser und Interessierte. Viel mehr als vermutet. Einige haben Kommentare geschrieben. Alle haben mitgefiebert. Was werden sie jetzt eigentlich tun, die Armen? Fallen sie in ein ähnlich großes, schwarzes Loch wie wir, die jetzt mit dem Fahrradtourvirus infiziert sind und doch wieder arbeiten müssen?

Es ist wichtig noch folgendes festzustellen:

Grundsätzlich gibt es (mindestens) zwei Spezies der Tourenfahrradfahrer.

Typ A: Der Planer. Alles wird vorher durchdacht. Die Tour, die Strecke, die Ausrüstung, alles perfekt vorbereitet. Ruhetag eingeplant. Alles nach Packmaß, Gewicht und Funktion geprüft und velooptimiert zusammengestellt. Das Kartenmaterial mit googlemaps, naviki, Garmin und nach Möglichkeit mit noch anderen Anbietern verglichen, bewertet, kritisch durchleuchtet und schließlich doch einigermaßen für tauglich befunden um bestens organisiert starten zu können. Mit anderen Worten Typ Ana.

Typ B: Glänzt durch körperliche Anwesenheit und ist mental noch mit anderen wichtigen Themen beschäftigt. Wie zum Beispiel: „Könnte der FC den Aufstieg schaffen?“, und verlässt sich entweder auf Typ A oder das goldene kölsche Grundgesetz wonach et eben kütt, wie et kütt und et doch immer noch jood jejange hätt… Ein klassischer Vertreter dieser Gattung fällt mir gerade so spontan nicht ein, es soll aber doch den einen oder anderen geben. 🙂 Im Ergebnis ist Typ B sehr froh wenn er mit Typ A reisen darf. Auch wenn es schon mal nervig ist, das ständige Geplane. Aber es spart meistens Zeit, Kosten und schont dafür anderes Seelenheil.

Wie dem auch sei. Eine intensive Phase ist zu Ende. Bilder und Begegnungen sind memoriert und die Erinnerung zaubert unabhängig vom Typ beiden sofort ein Lächeln ins Gesicht und beide sind voll des Glücks und werden bestimmt nicht zum letzten Mal in dieser Form verreisen.

Einen herzlichen Gruß vom Beifahrer an alle warmshower-Gastgeber, an alle Mit- fiebernden und Mitkommentierenden ( Helga ; wir werden dich auch vermissen) und alle die im Kopf mitgeradelt sind.

Es war für uns ein besonderes Vergnügen.

Kärtchen 2.Etappe

4 GEDANKEN ZU “La cuenta – eine besondere Abrechnung oder: dem Frau Bermejo ihr Ehemann schreibt erstmals im Blog”

  1. Nina sagt:

    Na, wenn das kein wunderbares Fazit ist, weiß ich’s auch nicht… 🙂
    LG Nina

  2. Werner sagt:

    Gibt tausend Pläne. Wenig Taten. Noch weniger gelungene Aktionen…

    Jod jemaat !

  3. Dirk sagt:

    schön …
    🙂

    und JA: setzt fort – und schreibt weiter (gerne beide)

    hasta luego
    Dirk (von der anderen Seite des großen Wassers)

  4. Kieselhelros sagt:

    Also, was für ein Abschlussfazit!! Bei uns klingeln alle Ohren!! Freue mich, dass es bei Euch auch einen Antreiber und einen Bremser gibt!!!!! Und zum Schluss war dann alles wieder toll!!!!!!
    Glückwunsch und Respekt nochmals an Euch beide und wenn ihr wieder mal in unsere Gegend kommt – Ana kennt ja jetzt unsere Adresse – seid Ihr herzlich willkommen. Roswitha

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