Ich komme nicht zum schreiben!

Wenn ich am späten Nachmittag bei meinen Gastgebern ankomme, dann ist ersteinmal Zimmer beziehen und duschen angesagt. Danach sitzt man gemeinsam beim Abendessen, berichtet, tauscht sich aus und gibt sich Tipps rund ums Radfahren. Danach falle ich ins Bett und schaffe es gerade noch das Licht auszumachen!
Heute klappt es, deshalb hier mal eine kurze Zusammenfassung nach 280 km:
Psyche: Die Verabschiedung von Norbert in Bad Breisig und ab da alleine weiter zu fahren war hart, aber es geht, und ist doch nicht so schlimm wie ich dachte. Mit Sicherheit liegt das auch daran, dass ich abends bei netten Leuten untergebracht bin. Wäre ich in einem Hotel und den ganzen Tag ohne Unterhaltung sähe das bestimmt anders aus.Navigationsgerät: Trotz anfänglicher Bedenken hat es sich jetzt schon bewährt. Alleine wie es mich durch Koblenz und Mainz geführt hat, überwiegend auf Radwegen, und gezielt zu der Adresse die ich eingegeben habe, das war sehr entspannt.

Taschen: Abends und morgens optimiere ich die Packlogistik um tagsüber so wenig wie möglich suchen zu müssen. Doch während der Fahrt habe ich schon wieder vergessen wo ich was rein getan habe. Das muss sich noch einspielen, und hoffentlich nicht erst in der letzten Woche.

Fahren: Hat sich gut eingespielt. Leichte Schmerzen spüre ich an der rechten Achillessehne. Ansonsten ist alles schmerzfrei. Die Etappen sind zwischen 35 und 80 km lang.
Route: Am Rhein entlang und überwiegend auf Radwegen ist es natürlich sehr entspannt. Während der Fahrt kommen viele Ideen und Gedanken. Luft, Sonne, Gerüche und Geräusche, ich nehme vieles bewusster wahr. Natürlich ist das auch dem tollen Wetter zu verdanken.Begegnungen: An einem Tag kam mir ein richtig voll bepackter Tourenradfahrer entgegen, der regelmässig von Garmisch bis Krefeld radelt. Ein Eremit und Zeuge Jehovas wie sich herausstellte. Nachdem ich jedoch das Gefühl bekam, bekehrt zu werden, wünschte ich eine schöne Weiterfahrt. Vor Mainz sprach mich eine älteres, radelndes Ehepaar an. Die üblichen Fragen, die ich bereits mehrmals am Tag beantworte: wo komme ich her, wo geht es hin, wo übernachte ich. Die beiden begleiteten mich ein Stück. Wir fuhren durch Budenheim, wo sie wohnen. Da ich kein Wasser mehr hatte durfte ich meine Flaschen bei ihnen auffüllen, die Toilette benutzen und bekam auch noch die Reifen aufgepumpt. Den Kaffee habe ich dann jedoch abgelehnt. Was ich auch festgestellt habe: Radfahrer grüßen sich gegenseitig, nicht alle aber der Großteil. Und sobald man anhält, und sei es nur um mal 5 Minuten keinen Sattel zu spüren, wird man angesprochen ob man Hilfe brauche.

Am Mittwoch früh geht es von Frankenthal bis nach Karlsruhe, bestimmt mit vielen weiteren positiven Erlebnissen.

EIN GEDANKE ZU “Ich komme nicht zum schreiben!”

  1. Helga Verst sagt:

    Querida Ana-Maria,
    schön heute von Dir zu lesen. Ich kann es mir gut vorstellen. Die zwei Tage nach Koblenz am Samstag, Du erinnerst Dich an mich, Helga (Mutter lebt in Canyelles bei Lloret de Mar), habe ich auch gemerkt, dass man voll unter Strom steht, auch ich hatte keine Zeit, Ruhe um meiner lieben Freundin mal eine Karte zu schreiben. Irgendwie treibt es einen immer weiter, weiter……bis auf die Liegestühle in Andernach,hinter dem Geysir, hast Du ihn gesehen, dort war am Sonntagmorgen Saisoneröffnung, haben wir mal in den Liegestühlen bei einer Tasse Kaffee gelegen und natürlich gegenüber vom Deutschen Eck auf der Wiese mit Blick auf die Festung Ehrenbreitstein.
    Genieße Du noch das sommerliche Wetter, que suerte!!! En Espana hace mucho lluvia y nada sol.
    Buen viaja, saludos de Aquisgrán de
    Helga Verst
    Adios

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