8. Tag: 59 km von Santa Catalina bis Cacabelos

Um 8:30 Uhr sind wir aus der Pilgerherberge von Santa Catalina gestartet, warm eingepackt, denn morgens und auf knapp 900 m Höhe weht auch schon mal ein eisiger Wind. Und wir mussten ja noch bis auf 1.500 m hochradeln und somit ging  es stetig bergauf, bei klarer frischer Luft:

Santa Catalina und die nachfolgenden Orte sind rustikale Steindörfer, die mittlerweile von den Jakobspilgern leben, sei es mit Übernachtungsmöglichkeiten und dem Verkauf von Lebensmitteln und Andenken oder mit Pilger- und Gepäckshuttleservice. Hierzu braucht man nur auf der Rückseite der Ortschilder entlang des Pilgerwegs zu schauen, dort befinden sich die Aufkleber mit den Kontaktdaten der Fahrdiesnte:

Während der Fahrt trifft man immer wieder auf Pilger, da der befahrbare Weg und die Pilgerstrecke sich kreuzen oder parallel zu einander verlaufen. Und immer trifft man auf Spuren und Nachrichten der Pilger: Steine, Zettel, eingeritzte Nachrichten, Fotos an Bäumen befestigt, Wanderschuhe…. oder, wie entlang eines mehreren Kilomter langen Zauns, aus Stöcken geformte Kreuze:

 

Der höchste Punkt unserer gesamten Reise liegt auf 1.504 m Höhe, „La Cruz de ferro“ das Eiserne Kreuz. Dabei handelt es sich um ein Kreuz, das auf einem 5 m hohen Pfahl angebracht ist, und an dem die Pilger einen Stein ablegen, den sie aus ihrer Heimat mitgebracht haben.

Der Stein sollte so groß sein wie die Last der Sünden, damit man ab hier befreit von Sorgen und Lästern weiter geht bis nach Santiago. Das ist unser Stein, den wir aus Köln mitgebracht haben und der nun dort oben liegt 😉

Die Abfahrt ab dem Kreuz war auch befreiter, nicht wegen der abgelegten Sünden, sondern weil es 15 km bergab ging ohne sich körperlich zu betätigen, außer ständig die Bremse festzuhalten. Dabei kommt man an einem Denkmal für einen deutschen Fahrradpilger vorbei, der dort tödlich verunglückte.

Ein trauriger Hinweis für uns, besonders vorsichtig und aufmerksam die steile Abfahrt runter auf 600 Höhenmeter mit tollen Aussichten zu befahren.

Wie weit wir bei dieser Tagesetappe kommen würden, hatten wir uns offen gelassen, und es von unserem Befinden abhängig gemacht. Wir sind in Cacabelos angekommen, einem 4.000 Seelendorf, wo wir uns ein 3-Sterne Hotel gönnen. Auf dem Weg dorthin war am späten Nachmittag die Sonne endgültig raus gekommen und bescherte uns eine schöne, herbstlich anmutende Fahrt durch Weinberge….

…und vorbei an einem Schild mit dem Hinweis, dass es noch 194,5 km bis Santiago de Compostela sind.

Die nächste Tagesstrecke führt uns von 600 Höhenmeter wieder hinauf, diesmal auf 1.300. Es geht also weiter rauf und runter.

 

 

 

3 GEDANKEN ZU “8. Tag: 59 km von Santa Catalina bis Cacabelos”

  1. Rosa Nettersheim sagt:

    Hallo ihr tapferen Radler!
    Schön eure vielfältigen Erlebnisse eurer Tour gerade zu lesen.Seid froh nicht im verränten Kölle zu sein.
    Wir flüchten für paar Tage in die Normandie:
    Evtl. anderer Rän!
    Geniesst die Zeit, viel Freude!
    Rosa u. Peter

  2. Olivia sagt:

    Die Herberge in Santa Catalina sieht ja süss aus 🙂

  3. Inge sagt:

    Hallo Ihr Zwei,
    ich habe Eure Reise immer verfolgt. Der Kommentar vom 27.9. ist wohl nicht durchgegangen. Wenn ich die Bilder so sehe muss ich immer an unseren Urlaub denken. Wir sind ja Gott sei dank mit dem Auto die Höhenmeter gefahren. Ich wünsche Euch eine Unfallfrei weiterfahrt. LG aus Nr.3

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