4. Tag: 62 km von Burgos bis Astudillo

Wir verlassen Burgos, diese für uns überraschend angenehme und schöne Stadt auf 840 m gelegen. Die Bewohner sagen, dass der Sommer in Burgos am Tag des Hl. Santiago beginnt und am Tag der Hl. Anna endet, also vom 25.7. bis 26.7. dauert. Das könnten wir aber so nicht bestätigen.

Aus Burgos mit dem Rad heraus zu fahren war, wie die Stadt selber, überraschend und sehr angenehm. Zum einen weil der Pilgerweg hervorragend ausgeschildert war, zum anderen weil es einen durchgehenden Radweg gibt.

Unser Zielort ist das kleine Dorf Astudillo. Auf der Fahrt dorthin haben wir uns einen großen Teil der Strecke mit den Fuß-Pilgern geteilt. Und so kamen wir auch in Kontakt mit einigen, überwiegend deutschsprachigen. Oftmals trifft man die gleichen Pilger auf der Strecke immer wieder, zu denen man auch eine Beziehung aufbaut, ohne mit ihnen in Kontakt zu treten. So geschehen mit diesem Herren, den wir mit seinem silbernen Schirm von Weitem ständig sehen konnten, ihn ins Herz schlossen und den wir fortan unseren „Schirmherrn“ nannten:

Viele der Pilger waren hier sehr abgekämpft, humpelten, die Füße sichtbar mit Pflaster und Bandagen versehen. Dieser Teil der Strecke war aber auch für uns sehr anstrengend, von der Beschaffenheit des Weges her, aber auch durch die hohen Temperaturen und den wenigen Möglichkeit ein schattiges Plätzchen zu finden. Hatte man eins erreicht, dann war es sehr begehrt.

Und dieses ganze Treiben von erschöpften und sich quälenden Pilgern, beobachtet gelassen und von oben herab ein älterer, spanischer Herr:

Ich sprach ihn an, was er denn für ein erhabenes Plätzchen dort oben habe. Das bestätigte er stolz und gab uns dann seine private Statisik wieder, nämlich dass es jetzt, Ende September, bereits deutlich mehr Pilger auf dieser Strecke gab, als im Monat August und im vergangenen Jahr. Seine Beobachtung sei sehr bemerkenswert, und da er wohl froh war sich mal mit einem der Pilger auch unterhalten zu können, wollte er von uns wissen, ob wir denn sicher seien, dass die ganzen Mühen die wir auf uns nähmen, der Heilige Santiago auch honorieren würde. Darauf wussten wir auch keine Antwort, verabschiedeten uns von ihm, und nahmen seine Frage in Gedanken mit uns.

Viele der Pilger hinterlassen ihre Gedanken und persönliche Spuren auf dem Weg.

Wir kamen erschöpft aber gut in Astudillo an, wo uns David, unser privater Gastgeber, bereits in Burgos den Schlüssel seiner Wohnung übergeben hatte, und wo wir die Nacht verbringen konnten….

…in einer ehemaligen Diskothek!

 

 

 

EIN GEDANKE ZU “4. Tag: 62 km von Burgos bis Astudillo”

  1. Olivia sagt:

    Sieht Davids Wohnhaus von Innen denn auch noch aus wie einr Diskothek? Hoffe ihr musstet nicht auf Barhockern übernachten 😀

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