2 Tage Venedig und die Zugrückfahrt

Venedig hat ein großes Problem: Uns, die Touristen! Menschenmassen bewegen sich durch die historische Altstadt, in allen Richtungen, zu Fuß oder auf dem Wasser.

In den 1960er, mehr Tauben als Menschen auf dem Marcusplatz

Dennoch ist es ein bemerkenswerter Ort mit seinem weltweit einzigartigen Flair, vor allem bei diesem wunderbaren Wetter.

Den 2. Tag verbringen wir dennoch lieber am Lido di Venezia, also am Strand. Bei den Temperaturen dürfte das unser letzter Sommertag für 2018 sein, inkl Meerblick und einem Bad in der Adria.

Am Samstag um 14 Uh geht unser Zug vom Bahnhof Mestre aus. Unser Hotel ist knapp 4 km davon entfernt, wir radeln also dorthin und machen aber vorher noch einen letzten Capucchino Stopp in einer italienischen Bar. Und mal wieder treffen wir einen der vielen interessanten und radinteressierten Menschen. Es stellt sich heraus, dass der Besitzer im Jahr 2017 von Venedig bis Bonn geradelt ist, um an der dortigen Klimakonferenz teilzunehmen. Zuvor ist er schon bei den Konferenzen in Paris, Kopenhagen und Turin gewesen, natürlich klimaneutral hingereist mit dem Rad, und in 2018 steht noch eine Tour bis Kattowice in Polen an.

Wir können uns kaum trennen vor lauter Radtouren-Austausch, doch leider müssen wir weiter zu unserem Zug, und tauschen vorher unsere Kontaktdaten aus. Seine Touren finden sich auf www.ridewithus.eu

Der Bahnhof in Mestre hat 13 Bahnsteige mit 7 Fahrstühlen, die alle funktionieren, bis auf einen, der zum Bahnsteig 6. Und da müssen wir hin.

Also heisst es Räder und Taschen einzeln die Treppe hoch tragen. Zum Glück sind wir 2 Stunden vor der Zugabfahrt da, und können das in Ruhe angehen.

Es bleibt weiter spannend, denn es werden keine Wagenstandspläne angezeigt, und niemand konnte uns sagen, wo der Fahrradwagen hält: Hinten, Vorne, in der Mitte? Wichtig zu wissen, wenn der Zug nur 2 Minuten hält und der Bahnsteig voller ein- und aussteigender Menschen ist. Nach mehrmaligem Nachfragen erklärt sich ein Bahn-Mitarbeiter bereit, einen Anruf zu tätigen um die Position des Wagens in Erfahrung zu bringen. Ganz vorne. Aha, geht doch! Wir positionieren uns am entsprechenden Abschnitt des Gleises und erhalten auch Hilfe beim Einladen der Räder. Da das alles sehr schnell ging, war keine Zeit für ein Foto, aber es hat alles geklappt.

Die Zugfahrt endet um 20:30 Uhr in München. Wegen dem Oktoberfest gab es hier keine Unterkunft, deshalb hatten wir ein Hotel in Ulm reserviert inkl. einer weiteren Zugfahrt dorthin und wo wir um 23 Uhr ankommen. Sowohl im Münchener als auch im Ulmer Bahnhof sah es aus wie bei uns in Köln an Karneval, nur mit Dirndl- und Lederhosen Verkleidungen. Ein Foto hierzu ersparen wir uns 😉

Am Hotel angekommen hat mein Hinterrad eine gebrochene Speiche. Wie das passiert ist, wissen wir nicht. Wir vermuten beim abmachen der Taschen und/oder eine Matraialermüdung. Wir sind auch müde und kümmern uns ersteinmal um unseren Schlaf.

Am nächsten Morgen, bevor es mit dem Zug von Ulm bis Frankfurt geht, kleben wir die Speiche mit Krafttape fest, damit sie nicht so klappert. Evtl. gibt es im Frankfurter HBf eine Radstation mit Reparaturservice. Ansonsten heisst es vorsichtig weiterfahren, um die Stabilität der weiteren Speichen etwas zu schonen, und am Montag die Reparatur anzugehen. Bei strahlend blauem Himmel, warten wir ersteinmal in Ulm auf den Zug.

In Frankfurt planen wir wieder auf die Räder zu steigen und bis Eppstein zu radeln, wo wir bei einem Warmshower Gastgeber übernachten. Von dort aus radeln wir am nächsten Morgen dann bis Walluf bei Wiesbaden, langjährige Freunde dort besuchen, die wir seit mehr als 20 Jahren nicht gesehen haben.

Wir nähern uns also langsam der Kölner Heimat.

 

EIN GEDANKE ZU “2 Tage Venedig und die Zugrückfahrt”

  1. Isi sagt:

    Ich bin stolz auf euch! Grüße aus Stuttgart!

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