19.Tag 8.9.2019: 58 km von Arnoldstein bis Chiusaforte

Wir starten um kurz vor 8 Uhr. Unsere Pension und generell die Gegend hier, scheint ein Treffpunkt für Harley Davidson Biker zu sein.

Im Frühstücksraum treffen wir auf eine große Gruppe und auf unserer heutigen Route begleitet uns das typische ratternde Geräusch der Motoren. So viele Harleys auf eimal wie heute, haben wir auch noch nicht gesehen und gehört. Teilweise rattern sie in Gruppen an uns vorbei, bei der grössten haben wir 15 gezählt.

Vorbeiratternde Biker….. Unterhaltung ist dann ausgeschlossen 😉

Wir kommen nur mit 8 bis 10 km/h vorwärts, da es leicht aber stetig bergauf geht. Eine Stunde später sind wir an der Grenze zu Italien angekommen.

Hier steigen wir in den Ciclovia Radweg ein. Und dieser verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse des 19.Jh.

Bevor es auf die Bahntrasse geht, ist eine Steigung zu meistern
Nach der Steigung geht es weiter leicht bergauf

Der Himmel war seit unserem morgendlichen Start wolkenverhangen. Dennoch waren wir sehr zuversichtlich, obwohl es kurz vor der Stadt Tarvisio anfängt zu regnen.

Die ehemalige Bahntrasse führt durch Tarvisio

Wir fahren mit der ganzen Montur der Regenkleidung weiter und kommen nach Camporosso, dem höchsten Punkt unserer gesamten italienischen Strecke.

Alle Radfahrer auf der Ciclovia werden hier gezählt. Wir auch!

Jetzt ging es nur noch entspannt bergab, wie auf einer Radautobahn.

Es ging auch mal durch den einen oder anderen Tunnel hindurch, nur für Radfahrer!

Auf der Bahntrasse und über den Fluss Fella

Mittlerweile schüttete es aus Kübeln, es blitzte und donnerte. Wir waren froh, zumindest fernab des motorisierten Verkehrs zu radeln, als dies ein jähes Ende nahm. Aufgrund von Bauarbeiten auf dem Bahntrassenradweg mussten wir eine Umleitung nehmen, und die führte uns auf die Bundesstrasse. Zu dem ganzen Wasser von oben kam jetzt noch das Spritzwasser der mit mehr als 70 km/h fahrenden Autos hinzu. Zum Glück hatten wir einen Schutzstreifen am Rand von ca. einem Meter Breite, der uns etwas Sicherheit gewährte. Nach 3 km leitet uns die Beschilderung in das Örtchen Dogna, wo wir wieder in den Radweg einsteigen konnten. Doch vorerst stellten wir uns in einem Bushäuschen unter, und gönnten uns eine Pause, während draussen weiterhin die Welt unterging.

Blick aus dem Bushäuschen

Es hörte zwar nicht auf zu regnen, zu blitzen und zu donnern, aber da wir, durchnässt wir wir waren, anfingen zu frieren, verliessen wir unseren trockenen Unterstellplatz und radelten tapfer weiter. Harley Davidsons waren übrigens keine mehr unterwegs. Wir schon!

Wir dachten schon, schlimmer geht es nicht mehr, als wir, um wieder auf den Bahntrassenradweg zu gelangen, den folgenden Anstieg nehmen mussten.

27% Steigung: Das hatten wir noch nicht!

Und so schoben wir uns durchnässt die Steigung nach oben. Danach war uns zwar wieder warm, aber wir beschlossen nun endgültig bei der nächsten Möglichkeit einzukehren und uns trocken zu legen 😉 (das schreiben wir schmunzelnd und im warmen sitzend)

Und das war eine sehr gute Entscheidung.. Um 14:30 Uhr und nach 58 km finden wir in Chiusaforte eine Unterkunft. Der ehemalige Bahnhof des 19. Jh., direkt am Radweg gelegen, wurde zu einem kleinen Restaurant mit 4 Zimmern umgebaut. Eins davon ist für diese Nacht unser Domizil.

Hier werden wir sehr herzlich aufgenommen
Unsere durchnässte Kleidung dürfen wir rund um den Ofen auf Stühlen drapieren

So früh waren wir bisher noch nicht geduscht und fertig zum Abendessen, und auch der heutige Blog ist rekordverdächtig früh fertig gestellt 🙂

Um 18:30 Uhr warten wir in dem schönen und warmen Bahnhofshäuschen auf unser Abendessen. Wir haben es hier sehr gut angetroffen, denn wir sind die einzigen Auswärtigen. Ständig kommen die Einheimischen des kleinen Ortes, trinken einen Espresso, ein Bier oder Wein, unterhalten sich angeregt, vor allem über das Wetter, und gehen wieder. Ein schöner Bahnhofsbetrieb, bei dem wir uns sehr wohl fühlen. Und draussen schüttet es immer noch!

4 GEDANKEN ZU “19.Tag 8.9.2019: 58 km von Arnoldstein bis Chiusaforte”

  1. Horst Fiedler sagt:

    Hallo Ihr Lieben, bei solch einem SAUWETTER macht es natürlich keinen Spass zu radeln. Aber nach dem Motto: was uns nicht umwirft macht uns härter, seid Ihr mutig weitergefahren. Trotz den Unbilden wünsche ich Euch weiterhin gut Fahrt bei hoffentlich besserem Wetter. Alles Gute und liebe Grüße

    Horst und Hedwig

  2. Dirk sagt:

    Weckt Erinnerungen 😉
    Ansonsten hatte ich gehofft, ihr hättet mehr Glück gehabt mit dem Wetter. Na ja – zumindest lese ich nichts von Schnee 🙂
    Möge es besser werden. Im Süden wie im Norden.

  3. Inge van Allen-Schief sagt:

    Hallo Nachbarn,
    bei soviel Pech habt ihr hoffentlich die nächsten Tage etwas mehr Glück und könnt den Rest der Tour
    ein bisschen geniesen. LG Inge

  4. Nina sagt:

    Hallo ihr Beiden,
    Die Harley Fahrer kamen oder fuhren zum Bikertreffen am Wörthersee…
    (Ich war gerade für 4 Tage in Klagenfurt und es hat 3 Tage quasi am Stück gegossen… ich bin immer noch nicht überzeugt, dass es da tatsächlich Berge gibt, ich habe keinen wirklich gesehen )
    Dass ihr bei dem Schietwetter in der Gegend weitergefahren seid, muss einem wirklich ne Menge Respekt abnötigen, es kam wirklich jede Menge Regen runter. Die Kärtner, die ich so getroffen habe, meinten, dass es seit Jahren nicht so viel und so lange am Stück geregnet hat…

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