17. Tag 6.9.2019: 85 km von Schwarzach bis Unterkolbnitz

Die ganze Nacht über hat es geregnet. Als wir morgens starten nieselt es noch, und dieser leichte Regen wird uns den ganzen Tag begleiten. Ausserdem ist es sehr kühl geworden. Mit 10 Grad erleben wir heute einen Temperatursturz von über 20 Grad zu der vergangenen Woche. Lagen bis gestern noch die Sonnenmilch und die Badesachen griffbereit in der Radtasche, so sind jetzt Regenkleidung und Handschuhe angesagt.

Startklar und letzte Handgriffe vor unserer Pension in Schwarzach

Heute dürfte es der anspruchsvollste Teil der gesamten Strecke gewesen sein. Zum einen weil wir viele Anstiege haben und bis auf knapp 1300 Höhenmeter kommen müssen, zum anderen müssen wir durch mehrere Tunnel fahren.

Die erste Steigung haben wir direkt am Ortsausgang von Schwarzach, mit mehr als 200 Höhenmeter auf 2 km. Unsere Wirtin in der Pension meinte, selbst die E-biker müssten dort schieben. Da wir keine E-Bikes haben schaffen wir es aus eigener Kraft 😉

Die erste Steigung des Tages nach nur 1,5 km

Wir kommen immer höher und die Ausblicke werden immer schöner.

Blick hinunter auf Schwarzach: Eins der Häuser im Tal ist unsere Pension gewesen
Blick auf die Salzach
Das Gasteintal, durch das wir heute fahren

Nach 13 Kilometern, für die wir fast 2 Stunden benötigen durch das ständige auf und ab, kommen wir zum Klammsteintunnel. Wir wussten bereits bei unserer Reiseplanung, dass wir diesen 1,5 km langen Tunnel durchfahren müssen, und hatten uns vorab Atemschutzmasken mit Kohlefilter besorgt:

Sieht eher nach einer autonomen Demo aus…;-)
Einfahrt in den Tunnel mit separater Fahrspur für Radfahrer

Was wir nicht mit dabei hatten waren Ohrenstöpsel. Die Lautstärke im Tunnel war enorm, vor allem wenn Lkws kamen. Mit der rechten Hand haben wir uns das “Fahrbahnohr” zugehalten.

Endlich wieder raus nach 1,5 km

Wir verlassen den Tunnel und schon kommt der nächste. Allerdings ist dieser komplett abgetrennt vom motorisiertem Verkehr und wesentlich kürzer und angenehmer zu fahren.

Mittags sind wir in Bad Hofgastein und die Temperatur ist weiter gesunken:

Bad Hofgastein: 857 Meter und 9 Grad!

Die nächste Herausforderung war Bad Gastein zu erreichen. Auf dem Schild wurde schon auf die Steigungstrecke von 1,7 km Länge hingewiesen.

Auch hier wurde man mit tollen Ausblicken auf das Gasteiner Tal belohnt, trotz Regen und einer dichten Wolkendecke

In Bad Gastein selber, einem Kur- und Wintersportort, haben uns die zahlreichen am und im Hang gebauten Häuser des 19. Jhs. und der imposante Wasserfall beeindruckt.

Hinter Bad Gastein ging es kurz etwas gemächlicher und flacher zu, entlang der Ache.

Und dann kam der nächste Tunnel, den man allerdings sowohl als Radfahrer als auch mit dem Auto ausschliesslich mit dem Zug befahren muss: Den 8 km langen Tauerntunnel.

Im Zug von Böckstein bis Mallnitz

Als wir in Mallnitz aussteigen sind wir auf 1.300 Höhenmeter und befinden uns in den tiefliegenden Wolken. Die Ausblicke sind neblig, manchmal sieht man nur eine weisse Wand.

Das Alpe-Adria-Radweg Schild in Mallnitz
Schemenhaft sind Häuser zu erkennen
Ausblick auf eine weisse Wand

Wir fahren mehrere Kilometer bergab auf einer ehemaligen Bahntrasse und anschliessend über Serpentinen bis hinunter ins Tal, ohne einer Menschenseele oder einem Fahrzeug zu begegnen.

Alte Bahntrasse

In Unterkolbnitz finden wir eine Unterkunft und sind positiv erschöpft von diesem beindruckenden Tag. Nicht umsonst wurde im Radreiseführer empfohlen, in Schwarzach den Zug bis Bad Gastein zu nehmen, um die zahlreichen steilen Anstiege zu umgehen. Wir sind aber froh dem nicht gefolgt zu sein. Uns wäre ansonsten viel entgangen!

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