16. Tag 71 km Nals – Zambana (vecchia)

Der Campingplatz in Nals, wo wir die letzte Nacht verbracht haben, war sehr familiär und hatte nur ca 30 Plätze. Außer unserem Zelt war noch ein anderes aufgebaut, von einem jungen Schweizer Pärchen, das auch mit den Rädern unterwegs war.

Man tauscht sich aus und sie erzählen, dass sie alles aufgelöst haben und vor kurzem gestartet sind, um die Welt zu erradeln. Südafrika, Asien… mal sehen wohin es sie treibt und ohne zeitlichen Limit. Was für ein Luxus! Hier der Zugang zu deren Blog, falls sich jemand für die Reise der beiden Globetrotter interessiert

Wir bewundern die Beiden, bauen dabei unser Zelt ab, frühstücken unsere gepflückten Äpfel, und die gekauften Nüsse und Datteln, nehmen im Dorf einen Capuccino zu uns und starten um 9:30 Uhr zu unserem „So Mini World Ziel“ Venedig. Es geht weiter durch Apfelplantagen. Seit dem Reschenpass begleitet uns nun seit über 150 km dieses riesige Südtiroler Apfelanbaugebiet. Wir können also weiterhin unseren Vorrat an Äpfeln für unsere tägliche Versorgung auffüllen 🙂

Wir umfahren Bozen, durchfahren die Orte Eppan und Kalter mit seinem Weinanbaugebiet (Apfelplantagen gibt es aber auch weiterhin)…

…und kommen an den Kalterer See an.

Hier entscheiden wir uns ein Bad zu nehmen am Lido, dem Badestrand des Sees. Es war sehr stechend heiss heute und die Wassertemperatur von 23 Grad war sehr angenehm.

Das sahen auch die Einheimischen so, die sich aber eher mit Sonnenbaden zufrieden gaben.

Da wir danach hungrig waren, essen wir vor unserer Weiterfahrt im angrenzenden Resaurant mit Seeblick. Um 14:30 Uhr geht es weiter. Zu dem Zeitpunkt haben wir gerade mal 34 km geradelt. Hier eine Capuccinopause, dort mal eine Fotopause,  und Steigungen gab es auch mal immer wieder. Wenn wir in dem Tempo weiterfahren, kommen wir nie in Venedig an ;-).

Deshalb geben wir nun Gas. Es wurde flach im Tal entlang der (des?) Etsch doch leider mit kräftigen Gegenwind. Bis Trient schaffen wir es nicht mehr. Es fehlen noch 16 Kilometer. Um 18:30 Uhr sehen wir erschöpft ein Schild „Bed and Breakast“ am Ort Zambana. Da es erst hinter Trient wieder Campingplätze gibt, und in Ermangelung an sonstigen Schlafstätten, steuern wir diese Unterkunft an. Dabei fahren wir durch einen ruinenartigen Ort, der uns sehr an Kuba erinnert. Fotos hierzu folgen morgen, da es schon dunkel ist als wir für das Abendessen frisch geduscht die Unterkunft wieder verlassen. Das einzige Lokal im Ort ist ausschließlich von Einheimischen besucht. Touristen findet man hier nicht. Da wir uns auch nicht mehr in Südtirol befinden, spricht auch keiner mehr Deutsch hier und die Speisekarte ist ausschließlich auf Italienisch verfasst. Mit unseren Spanisch Kenntnissen kommen wir nun eher weiter als mit Deutsch, und fragen nach einem typisch Trentiner Gericht. Es gab zwar auch eine große Auswahl an Pizzen, die wir sehr einfach hätten bestellen können, aber die bekommen wir ja auch in Köln. Und so bekommen wir Folgendes serviert:

Als Entree Schinkencarpaccio, Käse, Rucolla, Bohnen.

Es folgen eine Art Kartoffelpuffer (sehr lecker und feiner als unsere Reibekuchen), Bohnen, Krautsalat…

….4  verschiedene Käsesorten, 3 verschiedene Schinkenarten, Spargel, Honig, Aprikosenkompott (oder ähnliches), dazu verschiedene Brotsorten ( passte nicht mehr aufs Foto)

Es war super lecker! Und das Personal sehr bemüht, nett, zuvorkommend und freundlich, trotz der Sprachschwierigkeiten.

Der Grappa ging dann auf das Haus. Es waren 2 verschiedene aus der Trentiner Region: Ein etwas kräftigerer für den Herren und einen milderen für die Dame. Beider sehr lecker, und notwendig!

Rundum zufrieden gehen wir zurück zu unserer Unterkunft. Dabei erfahren wir aus einigen italienischen Infotafeln, warum dieses Dorf so unschön ist: 1955 hat eine Gerölllawine der angrenzenden Berge einen Großteil des Dorfes verschüttet. Daraufhin wurde es für unbewohnbar erklärt, und an der sicheren, gegenüberliegenden Seite des Flußes Etsch wieder aufgebaut. Einige Gebäude stehen heute noch als verlassene Ruinen, einige Häuser sind aber weiterhin bewohnt, so wie das von unserem Vermieter.

Morgen geht es weiter, bis wohin wissen wir mal wieder nicht. Mal sehen wie weit wir kommen, und ansonsten muß Venedig noch warten  😉

EIN GEDANKE ZU “16. Tag 71 km Nals – Zambana (vecchia)”

  1. Dirk sagt:

    komme erst jetzt dazu, einen Blick in euren Blog zu werfen. Macht Spaß, euch virtuell zu folgen und weckt Erinnerungen. Viel Spaß, noch ein paar sonnige Tage und gute Fahrt weiterhin – bis wohin auch immer!

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